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Über die Ausstellung 

"Heilung" war der Titel einer von GROSSRAUM Wien kuratierten Gruppenausstellung, die drei künstlerische Stimmen versammelte, von denen jede ihren einzigartigen Ansatz zum Konzept der mentalen und physischen Heilung präsentierte. Es freute mich, eine Serie von Gemälden neben den bewegenden keramischen Arbeiten von Anastasia Vasylchenko und der faszinierenden Installation "Wetterbericht" von Ruth Grösswang vorstellen zu dürfen. Für dieses Projekt präsentierte ich drei kleine Serien, die darauf abzielten, einen zusammenhängenden Zyklus zu bilden.

Die erste Serie “In Flesh And Gold We Trust” besteht aus fünf Aquarellbilder von einzelnen fragmentierten Torsos. Jeweils auf schlichten Socke  inszeniert und von Stahlstützen ergänzt, evozieren sie die Silhouetten von antiken Skulpturen. Zugleich suggeriert ihre lasierende Farbgebung lebendiges und verletzliches Fleisch. Schließlich sind die Figuren mit goldenen Lorbeerblätter versehen. Die entstellten und verletzten Leibe thematisieren da physische und seelische Trauma und das allgemeinmenschliche Schmerz, die zugleich auf stoische Art - wie von einer zur Schau gestellten Marmorskulptur - ertragen werden. Die goldene Lorbeerblätter erfüllen eine Doppelfunktion: zum Einen als eine ironische “Auszeichnung” für das erlittene Leiden. Zum anderen dienen sie als kontrastierende Anspielung an DAS Gold als gesellschaftliches Symbol für Stabilität und Sicherheit: etwas, worüber unsere fragile Leben und Körper nicht verfügen.

 

Die zweite Serie “Falling Apart and Coming Back Together” ist von einer abstrakten Formensprache charakterisiert. Die ganzen Figuren sind durch einzelne deformierte Körperteile ersetzt. Sie sind ein Versuch, dem posttraumatischen Moment des physischen und mentalen Zusammenbruchs eine visuelle Form zu verleihen. Zugleich steht der feine kontinuierliche Faden für Hoffnung: eine Art “Ariadnes Faden”, der uns den Weg durch das kathartische Erlebnis zeigt.

 

Die dritte und letzte Serie trägt den Titel “Meditation Space (I Waited For Yves Tanguy But He Didn't Show Up*). Die sanften Leere und milde Übergänge laden den Betrachter in einen friedlichen Farbraum ein, in dem das Trauma und das Leiden mittels Selbstreflexion und Meditation akzeptiert und überwunden werden können: der Blick kehrt sich nach ihnen.

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*Der zweite Titel ist eine Hommage und bezieht sich auf meine Biografie. Ich habe mich in meinem Studium viel mit dem französischen Surrealisten beschäftigt und die visuelle Sprache meiner Gemälden ist ungehemmt von seinen Landschaften inspiriert.

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